Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

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Berichte ja, aber nicht als Aufmacher …

… so kann ich mir seriösen Journalismus schon vorstellen, aber was hier bei der neusten tödlichen Attacke so in der Presse unverhohlen auf der First Page dargestellt wird, ist reinstes Boulevard und wird viele Gewaltbereite bestimmt nicht abhalten, ihr menschenunwürdiges Tun einfach mal zu überdenken, wenn sie es denn noch können. Sogar Tiere lassen von Gegnern ab, wenn sie wehrlos sind. Was hier schon als Dauerzustand berichtet wird, ist eine Verrohung von Menschen, die man nicht mehr als solche bezeichnen kann, egal ob sie Jugendliche oder Erwachsene sind. Eine Frage stellt sich mir dann aber doch; warum so verstärkt diese Gewaltexzesse auf Bahnsteigen in U- und S-Bahnen und auf Bahnhöfen passiert? Diese Täter müssten doch wissen, dass besonders diese Zonen mit vielen technischen Mitteln besonders überwacht werden und damit die Gefahr für die Täter wesentlich höher ist, gefasst zu werden. Eine besondere Aufgabe für Psychologen und andere sogenannte Experten.

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Vorbilder

Die Zeit, als der Sprössling noch Lokführer werden wollte, ist lange vorbei, wie auch die gute alte Dampflok. Auch der Schutzmann an der Ecke ist für viele Kinder und Jugendliche heute nicht mehr sehr erstrebenswert, dafür hat die Polizei viel zu sehr ihr Image verspielt.

Natürlich hat jede Generation ihre eigenen Idole, aber so wertfrei und auch zum Teil richtig dämlich ist mir schon lange keine Generation mehr vorgekommen. Heute werden Idole angehimmelt, die schon deswegen keine Idole sein können, weil ihr einziger Lebenszweck zu sein scheint, zu existieren.

Nehmen wir den Beruf des Schauspielers/der Schauspielerin. Da ist zuerst einmal die Disziplin, die man mitbringen muss. Dann kommt das Lesen, von Texten und Büchern. Lesen erfordert Konzentration, aber auch abstraktes Denken. Schauspieler lesen keine Texte ab, sie interpretieren die Worte und Sätze, die sie auswendig können müssen und setzen sie um in Gestik und Mimik, egal, ob auf der Bühne oder aber auch vor der Kamera. Schauspieler müssen aber auch die Arbeiten ihre eigenen Kollegen kennen und beurteilen können, sie müssen den Part ihres Gegenübers genauso verinnerlichen wie den eigenen.

Wenn ich dann von jungen Menschen höre, ich will Schauspieler/in werden und berühmt werden, dann weiß ich sofort, was ihnen am wichtigsten scheint; der Ruhm. Dass dahinter jahrelange harte Arbeit und auch viele Enttäuschungen stecken, werden sie nicht gewahr, denn diese jungen Menschen himmeln ein Ideal an, ohne sich der Mühe bewusst zu sein, die dieses Ideal erst geformt hat. In den USA ist der Beruf der Kellnerin/des Kellners, die eigentlich Schauspieler sind, der Normalzustand, nicht die Ausnahme. Ausbildungen in diese Art der Berufe sind sehr teuer und sehr langwierig und garantieren niemals Ruhm und Anerkennung.

Wenn wir uns heute diese Casting-Shows und die darin Handelnden anschauen, dann sehen wir Verführte, keine Idealisten, die so werden wollen wie ihre Idole. Die Medien, allen voran die Boulevard-Presse und das Fernsehen suggerieren, alles ist machbar. Das ist aber eine der größten Lügen unserer Zeit.

In jedem Beruf, ob im Rampenlicht oder auch außerhalb, gelten die Regeln des Lernens. Wer glaubt, ohne Investitionen in Schweiß und Konzentration höchste Gipfel zu erringen, wird schon von Haus aus scheitern. Das gilt eigentlich für jedes Berufsziel.

Träumen darf jeder von einer Karriere, aber um sie zu beginnen und auch durchzustehen, braucht es mehr als Träume.

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