Dämliche Dauerumfragen

Wenn Politik nur noch nach Umfragen gemacht wird, dann haben die Bürger in diesem Land bald wirklich nichts mehr zu lachen.

Es ist wie mit den minütlichen Aktienkursen, die niemanden, der nicht in diesem Business arbeitet, wirklich was nützt außer vielleicht den Fernsehsendern, die von solchem Schwachsinn leben. Geld hat der einzelne Kunde keinen Cent mehr, denn bevor dies eintrifft, haben schon ganz Andere den Rahm abgeschöpft. Weiterlesen „Dämliche Dauerumfragen“

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Deutschland, deine Lobbys

Ein interessantes, wenn auch etwas kurzes, Interview mit Elmar Wigand vom Verein Lobby Control über seine Website Lobbypedia und über Lobbyismus gibt es auf Jetzt.de.

Wir beobachten fast so etwas wie eine schleichende Übernahme der Regulierungsbehörden durch die Finanzlobby. Die Deutsche Bank sichert sich seit einigen Jahren Top-Regulierer als Mitarbeiter. Und umgekehrt kapern Bankmanager die Institutionen, die eigentlich im Interesse der Allgemeinheit über Finanzunternehmen wachen sollen, etwa die Bundesbank und die BaFin.

Weiterlesen: Es gibt noch viel mehr Verfilzung

Antreten zum Ableben? – Nicht mit ‘uns’

Alter

Lebenserwartung in Deutschland auf Rekordhoch

Nie zuvor wurden die Deutschen im Durchschnitt so alt wie heute. Doch viele unterschätzen ihre Langlebigkeit. Auch die Wirtschaft muss sich noch darauf einstellen.

© Miguel Villagran/Getty Images

Eine Seniorin in München - die Lebenserwartung der Deutschen ist auf einem Rekordhoch

Eine Seniorin in München – die Lebenserwartung der Deutschen ist auf einem Rekordhoch

Jeder zweite Mann wird derzeit mindestens 80 Jahre alt, jede zweite Frau wird sogar noch ihren 85. Geburtstag erleben – zumindest statistisch gesehen. Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahren nicht nur für Neugeborene weiter gestiegen, auch ältere Menschen leben länger, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

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Die Schlagzeilen gegen Alte reißen nicht ab.

Wurde noch vor hundert Jahren die Familie inklusive der Alten als besonders hohes Gut behandelt, so hat sich der Zeitgeist um 180 Grad gedreht. Wo früher jung und alt sich bestens ergänzten und im Endeffekt von einander ‘profitierten’, wird heute fast schon die Euthanasie gepredigt, die Alten nur noch als Kostenfaktor angesehen.

Diesen sogenannten Kritikern kann ich eigentlich nur zurufen:

… und wir wollen noch älter werden!

Denn wir stellen noch einiges auf die Beine und sei es nur, indem wir der Lumpenelite die Stirn bieten und z.B. gegen Stuttgart 21 protestieren. Und wir wollen dem Staat solange auf der Tasche liegen, denn als wir für diesen Staat die Melkkuh waren, wurden wir mehr als genug ausgepresst und gemolken.

Und wenn wir heute nicht mehr brav im ‘Austraghäusel’ auf unseren Tod warten, so hat das auch damit zu tun, dass wir selbstverständlich von den Jungen gelernt haben und nicht alle von uns an Demenz leiden. Wir Alten haben mehr als genug für dieses Land getan und der ‘Dank’ dieses Landes wird uns ewig nachschleichen.

Die Politik der letzten 40 Jahre und noch länger war immer nur auf Ökonomie ausgerichtet und nur für die Wahlen alle 4 Jahre wurde dann mal kurzfristig an die Alten ‘gedacht’ und sie wurden mit einem Stück Kuchen und einem warmen Händedruck hinter dem Ofen hergelockt. Das funktioniert heute nicht mehr.

Transparenz und diese Nicht-Regierung

Unsere derzeitigen Regierungspolitiker scheuen die Öffentlichkeit mehr, als der berühmte Teufel das Weihwasser, deshalb ist es vergebliche Liebesmühe, bei Politikern nach Transparenz zu schreien, denn deren Ohren sind bei diesem Wort augenblicklich zugewachsen. Warum sollte es da in der Wirtschaft anders oder besser sein?

Verdeckte PR im Internet

Künstliche Kundenkommentare, gezüchtete Graswurzeln

Ein Firmenchef, der als vermeintlicher Kunde sein Produkt bei Amazon über den grünen Klee lobt. Eine Agentur, die hunderte Bewertungen für ein Shopping-Portal fälscht. Blogger, die hinter „Stuttgart 21“-Befürwortern gesteuerte Interessen vermuten. PR unter falschen Namen gilt Profis als tabu, ist im Web aber Realität.

Von Fiete Stegers, tagesschau.de

Es war der aufsehenerregende Tiefpunkt einer ungeschickten PR-Kampagne für den als deutsche iPad-Konkurrenz angepriesenen Tablett-Computer „WePad“. Nachdem die Fachpresse erst begeistert, dann hämisch über das Gerät geschrieben hatte, fanden sich beim Online-Händler Amazon zwei ausgesprochen positive Kunden-Rezensionen. „Nicht sehr gut, sondern sehr sehr gut“, befand ein „Peter Glaser“ und vergab fünf Sternchen für das WePad. Deutliches Lob kam auch von einer „Claudia Kaden“. Andere Internetnutzer argwöhnten jedoch rasch, dass es sich bei „Peter Glaser“ um einen Amazon-Kunden handeln könnte, der kurz zuvor noch unter einem anderen dem Namen firmiert hatte. Und zwar als „“Helmut Hoffer von Ankershoffen“ – so hieß der Chef der „WePad“-Herstellerfirma.

„Wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs“

Helmut Hoffer von Ankershoffen Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Da präsentierte er noch stolz sein „WePad“: Helmut Hoffer von Ankershoffen. ]

„Da wurden viele Gerüchte verbreitet“, erinnert sich Richard Gutjahr, als freier Journalist unter anderem für den BR tätig. Er vollzog die technischen Schritte zu einer möglichen Umbenennung des Nutzer-Profils in seinem Blog akribisch nach und hakte bei der „WePad“-Firma und Amazon nach. Tatsächlich musste Hoffer von Ankershoffen eingestehen, die Rezensionen selbst verfasst zu haben. Er zog sich sogar aus der Geschäftsführung zurück.

„Wahrscheinlich ist der Fall nur die Spitze eines Eisbergs“, vermutet Gutjahr im Gespräch mit tagesschau.de. Dass Unternehmen unter fiktiven Nutzernamen bei Online-Händlern, Verbraucherportalen oder in Sozialen Netzwerke für eine positive Bewertung ihrer eigenen Produkte oder Dienstleistungen sorgten, sei gang und gäbe. „In diesem Fall ist es nur aufgefallen, weil die Rezensionen so extrem herausstachen.“

„Klarer Verstoß gegen das Transparenzgebot“

So deckte der „Spiegel“ auf, dass ein der Deutschen Telekom gehörendes Preisvergleichsportal hunderte vermeintlicher Kundenrezensionen produziert hatten, um damit den Anschein zu erwecken, die Website würde eifrig genutzt. Die Telekom distanzierte sich und schob die Verantwortung für die fiktiven Kommentare auf einen „übereifrigen Dienstleister“. „So etwas verstößt ganz klar gegen das Transparenz-Gebot des Deutschen Rates für Public Relations“, sagt Professor Thomas Pleil, der an der Hochschule Darmstadt angehende PR-Fachleute unterrichtet.

Deutscher Rat für Public Relations:

Der Deutscher Rat für Public Relations (DRPR) ist ähnlich wie der Deutsche Presserat ein freiwilliges Selbstkontrollorgan. Er wird von mehreren Branchenverbänden getragen. Bei Fehlverhalten kann er öffentliche Mahnungen und Rügen aussprechen, aber keine Strafen verhängen.

Dass derartige künstliche Kundenkommentare im Netz keine Seltenheit sind, bestätigt der Fachbuch-Autor Bernhard Jodeleit: „Ich hatte schon Preisangebote von Internet-Marketing-Agenturen, die mir zahlreiche, seit längerer Zeit im Netz etablierte User-Konten anboten.“ Über diese von der Agentur aufgebauten oder aufgekauften User-Profile hätten dann als vermeintlich glaubwürdige Privat-Nutzer die Botschaft ihres Auftraggebers verbreiten sollen.

Logo der Deutschen Telekom (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein Preisvergleichsportal der Deutschen Telekom wurde laut „Spiegel“ mit fiktiven Kundenkommentaren gefüttert. ]

„Mit geübtem Blick sieht man im Netz an vielen Stellen, dass dort mehrere positive Texte mit dem gleichen Duktus untereinander stehen.“ „Es gibt gerade bei Websites im Gesundheitsbereich bestimmte Auffälligkeiten“, sagt Professor Pleil. „Ich habe das allerdings nicht empirisch untersucht.“

„Häufig bleibt in Verdachtsfällen das Problem des Nachweises, wer hinter hinter einem Forumskommentar, einen Twitter- oder Facebook-Profil wirklich steckt“ sagt Ulrich Müller von der Initiative Lobby Control. Die Initiative interessiert sich weniger für einzelne Produktbewertungen als für Versuche von politischer Meinungsbildung oder Einflussnahme. So deckte der Verein 2007 auf, dass die Deutsche Bahn eine verdeckte PR-Kampagne in Form von Foreneinträgen und Leserbriefen finanzierte.

Steuerung von „Stuttgart 21“-Befürwortern nicht nachweisbar

Ähnliche Manipulationsversuche witterten Blog- und Twitter-Nutzer auch im Fall „Stuttgart 21“. Sie suchten nach Verbindungen zwischen besonders vehementen Fürsprechern des geplanten Bahnhofsbaus bei Twitter und plötzlich gegründeten Facebook-Unterstützergruppen zu Bahn und Stadt. In diesem Fall blieb es bei Verdächtigungen: „Es gibt keine eindeutigen Belege“, sagt Müller.

Stuttgarter laufen "für Stuttgart 21" (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: „Laufen für Stuttgart 21“: Befürworter des Bahnhofsbaus gerieten unter PR-Verdacht. ]

Besonders im Fokus der Verdächtigungen stand der Stuttgarter Christian List, der Jogging-Läufe von Bahnhofsbefürwortern organisiert. List ist Geschäftsführer einer „Agentur für Begegnungsmarketing“, die in der Vergangenheit bereits für die Stadt und die Bahn arbeitete. Sein Engagement für „Stuttgart 21“ geschehe rein aus privatem Interesse, sagte List in mehreren Interviews. Ähnlich äußerte sich eine Agentur namens PR-Spezialisten, die Bahnhofsgegner auf Twitter als „Park-Stasi“ und „Öko-Taliban“ angriff: Sie habe ohne Auftrag gehandelt.

Natürlich können sich auch PR-Mitarbeiter und -Firmen ohne Auftrag aus Eigeninteresse gesellschaftlich engagieren. Wenn aber dieses Engagement ihr Arbeitsfeld berührt, „wird die Grenzziehung schwierig“, meint Pleil.

„Wenn unsere Agentur eine neue Facebook-Seite für einen Kunden fertiggestellt hat, geht auch mal ein Kollege über den Flur und ruft: ‚Kommt, werdet mal Fan von der Page!““, Dann machen das auch fünf Kollegen, damit die Seite ihre ersten Fans hat – aber natürlich unter ihrem richtigem Namen“, sagt Fachbuchautor Jodeleit. „Wenn aber bewusst verschleiert wird, dann ist das Betrug.“ Letztlich könnten solche Undercover-Aktivitäten nicht nur dem jeweiligen Auftraggeber, sondern der Glaubwürdigkeit im Netz insgesamt Schaden zu fügen.

Diese verbreitete Lehrmeinung von PR-Rat und Fachbüchern teilen aber nicht alle in der Branche. So meint André Paris von der aus Eigeninteresse für „Stuttgart 21“ twitternden Agentur: „Wenn wir dafür bezahlt werden würden, würden wir zu ganz anderen Mitteln greifen.“ Statt über den klar erkennbaren Firmen-Twitter-Account würde er dann Methoden wählen, die „nicht so transparent sind“, sagt Paris dem BR.

„Wir brauchen gesetzliche Transparenzregeln“

„Die Versuchung ist groß, im Netz unsauber zu kommunizieren“, meint PR-Professor Pleil. „Allerdings ist auch die Gefahr, dass es auffliegt, so groß wie nie zu vor.“ Dazu trügen auch kritische Weblogs wie „Stationäre Aufnahme“ oder Lobby Control bei. Im August hat auch der PR-Rat seine Richtlinien für Online-PR nach längerer Diskussion schärfer formuliert, im Juli sprach er gegen die FDP eine öffentliche Mahnung wegen verdeckter Kommentare eines Parteimitarbeiters in einem Blog aus.

Lobby-Control-Vorstandsmitglied Müller reicht das nicht: „Der PR-Rat sagt, die Selbstregulierung ist ein scharfes Schwert. Aus unserer Sicht ist das nicht so. Wir bräuchten gesetzlich verpflichtende Transparenzregeln.“

Transparenz ist aber auch, wenn Kommentatoren als Büttel von Wirtschaft und Industrie öffentlich gemacht werden, die sich hinter Gastkommentaren zu Themen verstecken, von denen sie keine Ahnung haben oder, was noch schlimmer ist, durch ihre Kommentare die Kommentierten auch noch verhöhnen.

Maske ohne Seele – das Antlitz unseres derzeitigen Rechtsstaats

Nach „Stuttgart 21“-Polizeieinsatz

Demoopfer fühlen sich

eingeschüchtert

Mehrere Opfer des Polizeieinsatzes am 30. September haben Klage gegen die Polizei eingereicht – obwohl sie sich erneut durch Beamte bedrängt und eingeschüchtert fühlen.

VON NADINE MICHEL

Den ganzen Artikel lesen:

http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/demo-opfer-fuehlen-sich-eingeschuechtert/


S21 – die Chronik des ersten Tages und die Medien

Stuttgart-21-Chronik

+++Gespräche enden hinter verschlossenen Türen+++

„So eine Form der Schlichtung hat es noch nie gegeben“, versprach Vermittler Heiner Geißler vorab. Die Verhandlungen zwischen Befürwortern und Gegnern des Bahnprojekts sollten komplett öffentlich sein. Ganz am Ende zog man sich aber doch noch einmal zurück. Ein Rückblick im Minutentakt. von David Böcking und Simon Schäfer

 

17:03 Beinahe hätte Geißler sein Schlusswort vergessen. „Ich schließe die Sitzung“, murmelt er. Dann springt er auf, um zur Pressekonferenz zu eilen.

17:01 „Das Fernsehen hat wahrscheinlich schon abgeschaltet“, sagt Geißler. Hat es nicht. Phoenix ist noch drauf.

16:58 Auch wenn Geißler immer wieder Wert auf die öffentliche Verhandlung legt – ganz zum Schluss verfällt er doch noch in alte Gewohnheiten: Im Anschluss an die Pressekonferenz will er mit den Verhandlungsführern beider Seiten noch einmal in einem Nebenraum sprechen – ohne Kameras.

16:57 Geißler auf der Zielgraden. „Ich glaube, wir haben es bewältigt“, sagt der Schlichter. Die Diskussion sei ganz gut gewesen, aber beim nächsten Mal müsse es noch besser werden. Kein Fachchinesisch, fordert Geißler zum wiederholten Mal. Sonst könne man sich die öffentliche Diskussion auch sparen.

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Stuttgart 21 Schlichtung ohne Aussicht

22.10.2010, 17:54

Von Martin Kotynek, Stuttgart

Vor laufenden Kameras versucht Heiner Geißler im Streit um den Bahnhofs-Neubau zu vermitteln. Und tatsächlich: Befürworter und Gegner von Stuttgart 21 reden. Aber sie reden nicht miteinander, sondern nebeneinander her: ein Schaukampf.

Es war eine Premiere ohne Generalprobe, ein Experiment vor laufender Kamera. Heiner Geißler schlichtet live, er versucht, im Streit um Stuttgart 21 zu vermitteln. Und eines ist ihm dabei gelungen: Befürworter und Gegner reden. Zwar reden sie nicht miteinander, sondern nebeneinander her. Und sie sagen dabei auch nicht viel. Aber Vertreter beider Seiten sitzen im Rathaus an einem Tisch, sie halten zivilisierte Reden, sie zeigen Powerpoint-Folien, sie rufen Experten auf. Bedenkt man, wie gewaltsam der Konflikt noch Ende September eskaliert ist, dann ist das fast eine Sensation.

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Schlichtung

Stuttgart muss noch üben

Das Schlichtungsgespräch zu S21 ist ein großes Experiment in Sachen Bürgerbeteiligung. Es könnte funktionieren – wenn die Fülle der Details den Bürger nicht überfordert.

© Bernd Weißbrod/dpa

Vor Beginn der Schlichtungsgespräche wird der Vermittler Heiner Geißler von Kameras umringt

Vor Beginn der Schlichtungsgespräche wird der Vermittler Heiner Geißler von Kameras umringt

Die öffentliche Schlichtung im Konflikt um Stuttgart 21 könnte ein Beispiel geben für eine neue Form politischer Beteiligung, hatte Heiner Geißler vor der im Internet und Fernsehen übertragenen Debatte gesagt. Er jedenfalls wolle „die Bürger in die Lage versetzen, jederzeit selbstständig zu denken“. Frei nach den Prinzipien der Aufklärung und des Philosophen Immanuel Kant bekämen die Zuschauer alle Fakten auf den Tisch gelegt und könnten sich dann ein eigenes Bild zum Konflikt rund um den Bahnhofsneubau machen.

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19:00|

Schlichtung

Grüner Profi punktet gegen spröden Bahnvorstand

 

Die Technokraten der Bahn blieben blass. Gegen die wortgewandten Gegner von Stuttgart 21 konnten die Befürworter nicht viel ausrichten.

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Damit diese Seite nicht einfach verschwindet

Pyrrhussieg der FDP gegen GALIDA: Staatsanwaltschaft klagt an

1. September 2010

GALIDA Aktion Dekadente Römer bei FDP Darmstadt

GALIDA Aktion Dekadente Römer bei FDP Darmstadt

Wir schreiben das Frühjahr 2010. Der Vorsitzende der selbsternannten Spaßpartei Guido – FDP – Westerwelle wähnt sich in einer Zeitmaschine. Der Zustand des Landes und insbesondere die Leistungen für Erwerbslose, so Westerwelle, erinnere ihn an „spätrömische Dekadenz“. Diese bedeutende Aussage geht wochenlang quer durch die Republik. Doch von Erwerbslosen hört man dazu wenig.

In ganz Deutschland?

Nein. In der kleinen Großstadt Darmstadt findet sich am 03. März 2010 eine römische Kohorte namens GALIDA zusammen, die endlich das tut, was seit langer Zeit überfällig war. spätrömische Orgien feiern. Mit echtem Lachs, Champagner und Obst aus fernen Ländern. Da sich bei der Porsche- und Mövenpick Partei FDP bekanntermaßen gut (auf Kosten des Rests der Gesellschaft…) feiern lässt, wird das auf und unter den Tischen der lokalen FDP-Geschäftsstelle auch ordentlich vollzogen. Schließlich, so meinen die Römer, kann Westerwelle davon noch etwas lernen. Soweit zur Vorgeschichte.

Spätrömisch dekadente lecker Häppchen...

Spätrömisch dekadente lecker Häppchen…

Nun zeigte sich in den Tagen danach, dass die FDP in einem wahrhaftigen Kaiser-Nero-Feldzug auf Verfolgung aus war. Denn der Spaß der Spaß Partei hört da auf, wo andere einen kritisieren. Leif Blum, der Clanchef der FDP in Darmstadt, brachte hierzu fingierte Konstrukte über angebliche Körperverletzungen und Freiheitsberaubungen in die regionale Presse:

http://galida.wordpress.com/2010/03/03/darmstadt-galida-besucht-fdp-buro/

Nachdem die Darmstädter Polizei mit ihrem Staatsschutz (!) bereits übermotiviert ermittelte und sogar extra Fahndungsbeamte auf die 1. Mai Kundgebung des DGB in Darmstadt entsandte um den GALIDA-Infostand nach Römern zu scannen, fand sich jetzt auch ein eifriger Staatsanwalt, der aus der Aktion eine Anklageschrift zimmerte. Lest selbst:

Anklageschrift wegen GALIDA FDP-Aktion Spätrömische Dekadenz in Darmstadt

Ein Pyrrhussieg wie wir meinen. Nun hat die Richterin das Wort. Wenn diese keine Orgien mag, werden demnächst wieder Römer marschieren.

Asterix und Obelix haben bereits ihre Solidarität bekundet.

Und Miraculix weilt derzeit im Druidenwald – Zutaten für den Zaubertrank zusammentragen.

Ach: Die Polizei konnte bisher zwei Römer noch nicht namentlich ermitteln und fahndet noch.

Sind wir nicht alle ein bisschen Römer?

Omnia omnibus ubique!