Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

Ein Service von Egon W. Kreutzer – mit Buchwerbung

                          
http://www.egon-w-kreutzer.de                                                            
http://www.ewk-verlag.de               

Kein Paukenschlag
am Donnerstag

Nur ein paar Gedanken über die Freiheit –

die zu lesen keineswegs zum Kauf der Bücher verpflichtet, auf die ich damit hinweisen möchte.

Dass im Strafgesetzbuch für einige Straftatbestände „Freiheitsentzug“ als Strafe vorgeschrieben ist, verleitet viele Menschen zu glauben, sie seien frei, nur weil (und solange) sie nicht einsitzen.
Ein – zugegebenermaßen – höchst praktischer und befriedigender Freiheitsbegriff.
Leider hält er nicht lange vor.
Schon die erste Begegnung mit grundlegenden Überlegungen der Philosophie führt ihn ad absurdum.

Wo die Freiheit des Individuums so definiert ist, dass sie dort (erst oder schon dort) enden muss, wo die Freiheit des anderen beginnt, verlieren Gefängnismauern ihre freiheitsbegrenzende Funktion.
Schnell wird klar, dass die Freiheit schon da aufhört, wo Gesetze, Vorschriften und Regeln das Maß der Freiheit der einen und der anderen  beschreiben, lange bevor der Einzelne sich mit Kants kategorischem Imperativ Klarheit über das eigene Tun und Trachten zu verschaffen versucht.

Neben den geschriebenen Gesetzen stehen die ungeschriebenen Gesetze der Moral und der Höflichkeit einerseits, aber andererseits auch die ungeschriebenen Gesetze der gesellschaftlichen Realität, der die Klassengrenzen längst nicht abhanden gekommen sind. Es dominieren die sprichwörtlichen Wahrheiten, von den Krähen, die sich gegenseitig kein Auge aushacken, von den Großen, die man laufen lässt, und den Kleinen, die man hängt.

Doch niemand muss Philosophie studieren, um den Zustand der Freiheit in unserer Gesellschaft zu erkennen. Es genügt ein Blick auf die Preisschilder, auf die Diskrepanz zwischen angebotenen Stellen und Arbeitswilligen, auf die Mauern, hinter denen sich der Reichtum verschanzt und auf die Plastiktüten, in denen die Obdachlosen ihre kümmerlich Habe mit sich tragen müssen, weil sie keinen sicheren Platz haben, an dem sie sie verwahren könnten.

Freiheit ist heute mehr denn je die Freiheit derer, die sie sich leisten können.

Der Beitritt der sog. Neuen Bundesländer zum Grundgesetz der alten Bundesrepublik Deutschland hat vielen „Ossis“ die bittere Erkenntnis gebracht, dass die so heiß ersehnte Reisefreiheit noch lange keine Reise ermöglicht. Man muss sie sich auch leisten können.

Wir nehmen es zumeist nicht wahr, wie eng der Käfig der Zwänge eigentlich ist, innerhalb dessen wir meinen, uns frei bewegen zu können.

Es gilt nahezu uneingeschränkt:
Die Freiheit des Einzelnen endet heute nicht erst dort, wo die Freiheit des anderen beeinträchtigt würde, sie endet fast immer schon da, wo nur das abstrakte Eigentumsrecht eines anderen der Freiheit im Wege steht.
Eigentum sperrt den Freiheitsliebenden nicht ein, um ihn fernzuhalten.
Eigentum sperrt aus!
Betreten verboten.
Das ist das eigentliche Thema des vierten Bandes von Wolf’s wahnwitzige Wirtschaftslehre.
Aber den kennen Sie ja schon, oder nicht?

Freimut Kahrs
hat sich mit den ungeschriebenen Gesetzen einer „liberalen“ Gesellschaft auseinander gesetzt.
Die Verdrängung der Zwänge, die unser gesamtes Leben bestimmen, zu Gunsten eines durch
nichts gerechtfertigten Gefühls, in jeder Situation frei zu entscheiden, hat der als die
„Lebenslüge Freiheit“ bezeichnet.
Sein Bestreben ist es, die im Wirtschaftssystem angelegten Grundlagen dieser Zwänge offenzulegen
und einen Gegenentwurf für ein freieres, selbstbestimmtes Leben zu skizzieren.
Erschienen bei EWK Kühbach-Unterbernbach im November 2008,
ISBN 978-3-938175-44-6, 352 Seiten, Paperback, geb. Ladenpreis: 24,90 €

Isabel Horstmann
beschreibt eine ganz konkrete Ausprägung der Unfreiheit, die erst vor wenigen Jahren mit den
sog. „Hartz-Reformen“ entwickelt und zum Einsatz gebracht wurde.
Den – oft unsinnigen oder nur repressiv eingesetzten – Zwang, an einer von der Arge oder vom
Job-Center festgesetzten Maßnahme teilzunehmen. Die Autorin hat als „Bewerbungstrainerin“
gearbeitet, weil sie sonst womöglich selbst zur Teilnahme am Bewerbungstraining gezwungen
worden wäre. Erschreckendes aus der Welt der Zwänge.
Erschienen 2008 bei EWK Kühbach-Unterbernbach,
ISBN 978-3-938175-40-8, 202 Seiten, Paperback, geb. Ladenpreis 11,90 €

Egon W. Kreutzer
hat Anfang 2008 mit den Aufsätzen „Der Bürgerkriech“ und „Unsere Freiheit – Teil 1 bis 3“ auf
den Schwund der bürgerlichen Freiheiten hingewiesen. Sehr präzise hat er dabei die Frage gestellt,
was Freiheit sei, und vor allem wer gemeint ist, wenn wir von „unserer“ Freiheit sprechen.
Kreutzer kommt zu dem Schluss: „… man kann sich dafür einsetzen!“ und weist einen gangbaren Weg,
der jedermann erlaubt, sich an der Verteidigung der Freiheit zu beteiligen.

Erschienen im Februar 2008 bei EWK Kühbach-Unterbernbach,
ISBN 978-3-938175-35-4, 101 Seiten, Paperback, geb. Ladenpreis 9,95 €

Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

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2 Gedanken zu „Ein Service von Egon W. Kreutzer – mit Buchwerbung

  1. Der gute Egon W. Kreutzer, wie er leibt und lebt. Keinen Donnerstag mit Paukenschlag? Gut, gut. Ein Buchautor und Kritiker braucht och mal eine Donnerstagspause.

    Das mit dem selbstbestimmten Leben in dieser Gesellschaft, und nicht nur in dieser, dürfte wohl mehr einem Wunschtraum gleichen. Eine winzige Dekade lang machte es den hoffnungsvollen Eindruck, es könne was werden, das mit der Selbstbestimmung. Seit Hartz IV, den amerikanischen Auslandsinterventionen im James Bond Design, dem G8 Gipfel und anderen Ereignissen … mag auch dem letzten Freiheit-Mohikaner der Schuh des Mannitu abhanden gekommen sein. Wir sind auf dem besten Wege die klitzekleinen Hoffnungsschimmer auf dem Müllhaufen der Zeit zu entsorgen. Selbstbestimmtes Leben endet dort, wo egomanische Interessen Einzelner wie auch Gruppen berührt werden. Dann kommt die große Kelle: Schluss mit Selbstbestimmung.

    Nö? Is nich? Aber ja doch! Ein Teil unserer Bevölkerung kämpft sich gerade Schritt für Schritt auf die Wand zu: Menschen mit Behinderungen. Deren selbstbestimmtes Leben wird in naher Zukunft mehr einem Schweizer Käse ähneln. Gelöchtert bis Ultimo. Für die Menschen ohne anerkannte Behinderung gibt es erst recht kein Pardon. Die Gesellschaft soll ihren Lebensstandard deutlich nach unten Schrauben. Wie man in den letzten Tagen im Netz zu lesen bekommt, liegt der kommende Lebensstandard in etwa auf dem Niveau zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg. Feudalistische Aussichten im Mittelalter Look.

    So werden aus Menschen mit dem Anspruch auf selbstbestimmtes Leben die Kaste der Anarchisten. Natürlisch rein verbal gesehen, vielleicht.

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