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Lesen gefährdet die Dummheit

Sozialmissbrauch?!? Missbrauchsdebatte?!? Nicht in dieser Koalition

Zahlen sollen Beweise liefern, nur werden diese Zahlen in den etablierten Medien gerne verschwiegen, die Betrofffenen müssen ja unbedingt geschützt werden, besonders in Zeiten von WikiLeaks. Naja, dafür haben wir ja noch die Blogs, in diesen stehen auch genug ‚Wahrheiten‘.

Caritasverband 2001 – Auf 1 Euro Sozialmissbrauch kommen 540 Euro Steuerhinterziehung (Update 2009)

Die Sozialverband Caritas Deutschland hatte für das Jahr 2001 festgestellt, daß der Mißbrauch bei der Sozialhilfe 120 Mio. Euro betrug, Steuerhinterziehung dagegen den deutschen Staat um 65 Mrd. schädigte – ein Verhältnis von 1:540.
Ein einfacher Zahlenvergleich, der mitten in der überhitzten Sozialbetrugsdebatte nachdenklich werden lässt. Und neuere Zahlen für 2009 ergeben sogar ein Verhältnis von 1:1400.

Im Vergleich 10 Cent <br/>zu 54 Euro

Im Vergleich 10 Cent
zu 54 Euro

Untersuchung der Caritas Deutschland

Laut einer Untersuchung der CARITAS Deutschland aus dem Jahr 2001 betrug der Sozialhilfemißbrauch
120 Millionen € – wobei gleichzeitig 2,2 Mrd. € im Staatshaushalt eingespart wurden für die Ansprüche nach dem Sozialhilfegesetz, die aus persönlichen Gründen (Anm. des Verfassers: Unwissenheit, Scham) nicht gestellt worden sind.
Im gleichen Zeitraum entgingen der Bundesrepublik Deutschland 65 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung.
QUELLE: Caritasverband (siehe unten)
FOTO: Hartz4 im Netz

Soziahilfe ein Plusgeschäft!

Auf 1 € Sozialhilfemißbrauch kommen somit
18 € Rückflüsse in die Staatskasse wegen
nicht in Anspruch genommener Leistungen.

 

Sozialhilfemißbrauch im Vergleich zu Steuerhinterziehung

Der Vergleich Sozialmissbrauch zu Steuerbetrug
sieht noch extremer aus – auf 1 € Sozialhilfemißbrauch
kommen 540 € Steuerhinterziehung.
Dabei macht der Sozialhilfemissbrauch gemessen
am deutschen Staatsetats knapp 0,05% aus – bei
angenommenen 250 Mrd – Euro, der Steuerbetrug 26%.

QUELLE: Eigene Berechnungen nach den Caritas-Zahlen oben

Nachtrag: November 2009

Die hier angeführten Zahlen stammen aus dem Jahr 2001. Sie sollen als Anhaltspunkt dienen, um den jeweils gemeldeten Missbrauch sozialer Leistungen beim SGB II im Verhältnis besser einstufen zu können. Der Hintergrund ist, daß die Öffentlichkeit seit Jahren immer wieder durch Meldungen mit reinen Zahlenangaben mehr oder weniger aufgeschreckt wird.
Leider wird von der Presse dabei oft unterlassen, diese im Verhältnis darzustellen. Aber erst dadurch wäre es dem Normalbürger möglich, das Ausmaß von Schummelei, Missbrauch, Betrug oder immer man es nennen will, zu erfassen.
Denn, auch wenn diese Zahlen bereits über 8 Jahre alt sind, kann und konnte man bereits 2001 die Größenordnung erkennen, wie groß die finanzielle Belastung jeweils durch Sozialbetrug beim ALG2 und durch Hinterziehung von Steuern für den Bundesbürger sind.
Mehr darüber: Eine Zusammenfassung aus den Jahren 2005 / 2006 finden sie bei OWL gegen Sozialabbau unter: Missbrauchsdebatte. Aktuelles über die Faulheitsdebatte seit Ende 2009 / Anfang 2010 bei Hartz IV im Netz unter: Faulheitsdebatte
FOTO: Hartz4 im Netz

Nachtrag November 2010:
Aktuelle Zahlen noch heftiger

Ein noch stärkeres Auseinanderklaffen beim Vergleichen von Sozialmissbrauch und Steuerhinterziehung wird im Telepolis-Interview mit Kim Otto vom Oktober 2010 deutlich. Otto arbeitet für das Politmagazin Monitor und ist Mitautor des sorgfältig recherchierten Buches „Schön Reich – Steuern zahlen die anderen“.
In dem Interview werden die Überzahlungen im SGB2 (Arbeitslosengeld II, Hartz IV) für das Jahr 2009 mit 72 Millionen Euro angegeben. „Überzahlungen“ sind dabei nichts anderes als eine sehr sachliche Ausdrucksweise für Sozialmissbrauch.
Die jährliche Steuerhinterziehung gibt die OECD mit über 100 Milliarden Euro an.
Das entspricht einem Verhältnis von etwa 1 : 1400 Sozialmissbrauch zu Steuerhinterziehung.
Der renommierte Journalist Kim Otto bei Telepolis zu den Zahlen: „Das ist also eine ganz andere Hausnummer und es gibt keinen öffentlichen Aufschrei. Obwohl diejenigen, welche hier betrügen, oftmals sehr reich sind. Auch sind die Zahlen des Sozialmissbrauches ja nicht gestiegen.“
Anders ausgedrückt kommen auf die beispielhaften 10 Cent Sozialbetrug im Beitragsfoto nach aktuellen Zahlen fast 140 Euro an Hinterziehung von Steuergeldern.
QUELLE: Telepolis, Bundesagentur für Arbeit, OECD (siehe Absatz Quellenhinweise 2009)

Der Vergleich (Aktuelle Zahlen)

Beim aktuellen Vergleich 2009 ist die Schere
noch deutlich größer. Auf 1 € Sozialhilfemissbrauch
kommen jetzt 1.400 € Steuerhinterziehung.
Pro Kopf der Bevölkerung kostet Sozialmissbrauch
88 Cent
pro Jahr, Steuerhinterziehung ca. 1.220 Euro.
Der Sozialmissbrauch – gemessen am Bundesetat
von 288 Mrd. Euro – macht dabei 0,025% aus,
der Verlust durch Steuerbetrug 34,7%.

QUELLE: Eigene Berechnungen nach den Zahlen von Bundesagentur und OECD oben,
BEVÖLKERUNGSZAHL: Annahme 82 Mio.

ANMERKUNG: Klarstellung

Die Absicht dieses Beitrages ist, aufklären zu helfen, wo die eigentlichen finanziellen Probleme bei uns in Deutschland sind.
Es ist ausdrücklich nicht beabsichtigt alle EmpfängerInnen von Sozialleistungen oder pauschal alle SteuerzahlerInnen bzw. UnternehmerInnen anzuklagen – letzteres soll besonders betont werden, da das finanzelle Hauptproblem erkennbar bei der Steuerhinterziehung liegt.
Mit Sicherheit kommen weit über 95 Prozent ihren gesetzlichen Steuerpflichten verlässlich nach und tragen dazu bei, daß der Staat sein Aufgaben erfüllen kann.
Es ist eben nur ein kleiner Teil unter den Sozialeistungsempfängern und Steuerzahlern, die es mit ihren Pflichten „nicht so genau nehmen“. Wichtig dabei ist aber sehr wohl zu erkennen, welche Größenordnung jeweils der finanzielle Schaden für das staatliche Gemeinwesen in unserem Land hat.

QUELLENHINWEISE (CARITAS 2001)

Die Originalmeldung des Caritasverbandes ist online nicht mehr auffindbar.
Im Folgenden wird daher auf Zitierungen an anderer Stelle verwiesen ….
Pax Christi, Internationale
katholische Friedensbewegung –
Kommission Globalisierung und soziale Gerechtigkeit
Ökonomische Mythen der Gegenwart
November 2007
Dateiformat: PDF, siehe Seite 7
Bistum Würzburg –
Die Anpassung der Bischöfe an den Zeitgeist
Ein Artikel von Norbert Blüm (CDU), Mai 2006
Die Zahlenangaben sind zu finden gegen Ende des 6. Absatzes.
Harald Klimenta, Attac Deutschland
Die Globalisierung der Finanzmärkte
Dateiformat: MS Powerpoint (siehe Folie 8 unten)
Board Club –
BK SCHRÖDER BEKLAGT IN EINEM INTERVIEW
ÜBER ‚MITNAHMEMENTATLITÄT‘ UND MISSBRAUCH
VON SOZIALEN LEISTUNGEN

Forenbeitrag, September 2004
OWL gegen SozialabbauMissbrauchsdebatte

QUELLENHINWEISE (AKTUELLE ZAHLEN 2009)

Telepolis – Steuerparadies Deutschland
Kim Otto – Deutschlandfunk | Person
Bundesagentur für Arbeit – Geschäftsbericht 2009
siehe Seite 34 unten / 35 oben
OECD (Open Report) – Pressemeldung
Spiegel – Bundesetat 2009
Wikipedia – Deutschland
Bevölkerungszahl siehe im Kasten rechts
Hartz IV im Netz – Faulheitsdebatte

Presse, Blogartikel

Marktzyniker – Steuerhinterziehung –
Nur 2,5 Prozent des Unternehmertums werden geprüft!

Tautenhahnblog – Unpassende Gleichmacherei
Senfpresse.de – Anhäufung von Antonomasien
Süddeutsche – Die Zweifel des Guido W.

… ÜBER DIESEN BEITRAG

Die Quelle des Originalbeitrages ist MALZ für ein soziales Minden. Da die Webseite von MALZ demnächst vom Netz geht, bitte ggf. diesen Beitrag hier als Zieladresse für Verweise (Links) verwenden.
Dieser online-Artikel wurde 2007 geschrieben und im November 2009 überarbeitet. Bei Vorliegen neuerer Zahlen über Sozialmissbrauch und Steuerbetrug Ende Oktober / Anfang November 2010 erfolgte dann eine gründliche Aktualisierung.

Logo Creative Commons

Dieser Beitrag steht unter der freien
Lizenz Creative Commons: CC BY-NC.

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