Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

tazächlich?


Ein Artikel von Christian Rath in der taz beleuchtet gerade die Debatte um die Vorwürfe gegen Julian A. Der Artikel ist ziemlich ausgeglichen und kann sich selbst nicht entscheiden, ob er nun pro oder kontra ist. Das ist auch in Ordnung so, denn da wir alle nicht dabei waren, wissen wir alle nicht, ob dort nun eine Straftat begangen wurde oder nicht und es kann in der Tat durchaus möglich sein. Zu einem Absatz des Artikels möchte ich allerdings für mich als Blogger, jedoch keinesfalls stellvertretend für alle Blogger, Stellung nehmen. Rath schreibt:

Peinlich sind jedoch die Versuche, das mögliche Geschehen von vornherein zu verharmlosen. Viele Blogger machen sich jetzt über die schwedische Rechtslage lustig und finden es abwegig, dass in Schweden angeblich ungeschützter Geschlechtsverkehr oder das Platzen eines Kondoms als Vergewaltigung gewertet werde. Das ist natürlich Unsinn. Solche Paragrafen gibt es nicht. Eine Vergewaltigung ist auch in Schweden der mit Gewalt oder Drohung erzwungene Geschlechtsverkehr.

Mir geht es nicht darum eine mögliche Straftat zu verharmlosen und/oder die schwedische Rechtslage als absurd darzustellen. Mir geht es darum, dass ich befürchte der Mann wird, egal ob er eine Straftat begangen hat oder nicht und egal ob die Vorwürfe angeleiert wurden weil er der Gründer einer gewissen Whistleblowing Website ist oder nicht, aufgrund seines Hintergrundes mit dieser Website keinen fairen Prozess bekommen. Das möchte ich auch wiederum nicht unterstellen, das befürchte ich. Denn SELBST WENN er diese Straftat begangen haben sollte, so scheint er schon vor der Verhandlung anders behandelt zu werden als andere Verdächtige in solchen Fällen.
Von daher halte ich es für gerechtfertigt auch anders als in anderen solchen Fällen zu hinterfragen (nicht mich lustig darüber zu machen!) was genau hier als Straftat gewertet werden soll. Der Begriff „Vergewaltigung“ wurde im Übrigen meines Erachtens nach nicht von den Bloggern sondern von den Medien und/oder Behörden im Zusammenhang mit dieser Sache zuerst verbreitet.
Wenn ich mich über etwas lustig mache, dann ist das der inflationäre und bereitwillige Gebrauch des Begriffs „Vergewaltigung“ von den Medien und Behörden in diesem Zusammenhang.

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