Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

Ein-Euro-Sklaverei

Der Bundesrechnungshof weist in einem Bericht auf Mängel im Hartz-IV-System hin.

In ihrer Untersuchung heben die Kontrolleure vor allem zwei Mängel hervor: Bei mehr als der Hälfte der geprüften Fälle fehlten die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung. Entweder weil es sich bei den Arbeiten nicht – wie vorgeschrieben – um eine zusätzliche Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit handelte. Oder aber weil so ungeförderten Unternehmen Konkurrenz gemacht wurde. Die Prüfer führen dafür zahlreiche Beispiele auf: So wurden Langzeitarbeitslose unter anderem dafür eingesetzt, illegalen Müll zu beseitigen, beim Umzug eines städtischen Bauhofs zu helfen oder Nasszellen in einem Altenheim zu reinigen. Außerdem wird in dem Bericht kritisiert, dass Jobcenter nach wie vor „meist wahllos Arbeitsgelegenheiten“ zuwiesen, ohne die Hilfsbedürftigen weiter zu beraten und individuelle Ziele für die Teilnahme festzulegen.

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Ich möchte – völlig zusammenhanglos natürlich – an dieser Stelle einmal Wikipedias Definition zu „Sklaverei“ einfügen:

Völlige rechtliche und wirtschaftliche Abhängigkeit des Sklaven als Eigentum eines Sklavenhalters.

Weiterführend nun noch die Definition zu „Sklave“:

Unfreier, entrechteter Mensch.

Wikipedia hat dann noch diesen Satz zur Einleitung:

Sklaverei ist der Zustand, in dem Menschen als Eigentum anderer behandelt werden, um Zugriff auf ihre Arbeitskraft zu erlangen. In vielen Sklaven haltenden Gesellschaften bildeten Sklavenarbeit und Sklavenhandel einen wichtigen Wirtschaftsfaktor.

Es gibt jetzt noch viele schöne Definitionen von „Eigentum“, die ich gerne mit den Rechten und Pflichten eines Hartzv-IV-Empfängers vergleichen würde. Zudem würde ich das Ganze dann auch gern noch mit Leibeigenschaft vergleichen. Aber dazu fehlt mir gerade die Zeit. Vielleicht führe ich dies heute Nachmittag fort. Vorläufig schließe ich mit einem Zitat aus einem 1975 für die UNO in Auftrag gegebenen Bericht über die Sklaverei:

Es wird die Meinung geäußert, dass eine Definition der Sklaverei alle Formen menschlicher Behandlung beinhalten müsste, die auf eine Ausbeutung der Arbeitskraft hinzielen. Einer anderen Meinung zufolge müsste die Definition alle Institutionen und Praktiken mit einschließen, die das Individuum durch die Einschränkung seiner Freiheit in großes Unglück stürzen und seine Handlungsmöglichkeiten stark beeinträchtigen.

Man ist sich grundsätzlich einig, dass die Definition dehnbar sein muss, damit sie jeder neuen Form von Sklaverei, die in Zukunft möglicherweise auftritt, gerecht werden kann, sowie um die Reichweite der Untersuchungen aller ihrer möglichen Formen nicht zu beschränken.

Quelle

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3 Gedanken zu „Ein-Euro-Sklaverei

  1. ruebenkoenig sagte am :

    Ganz Nett, zumindest können Wir unseren Schlächter… Verzeihung Politiker wählen, also nicht entrechtet… nur verraten und verkauft!
    Was mich interessieren würde wie viel würde es dem Staat kosten, wenn alle Hartz IV-Empfänger kriminell würden und ins Gefängnis müssten???

    • G. Danken sagte am :

      Aaaalso. Ich hab mich gerade im Lesen von Statistiken der Agentur für Arbeit versucht. Es wird aber so sehr unterteilt, dass ich mir nicht sicher bin, wieviele Hartz-IV-Empfänger es nun tatsächlich insgesamt zur Zeit gibt. Deshalb orientiere ich mich mal an der Zahl von April 2010 (Quelle: http://www.sozialhilfe24.de/news/1103/zahl-der-hartz-iv-empfaenger-steigt/). Demnach bekamen im April 6,7 Millionen Menschen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende, also Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. Würden die alle kriminell, kommt es auch wieder darauf an, wo sie ins Gefängnis kämen. Denn die Kosten für einen Tag in Haft variieren regional. Ich gehe also mal von dem Bundesdurchschnitt aus. Das wären 92,87 Euro pro Tag (Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0104/berlin/0057/index.html). Also 6700000 * 92,87 Euro = 622229000 Euro pro Tag.

      Und ja, wir dürfen alle 4 Jahre wählen . Das ist mir aber a) zu selten um demokratisch zu sein und b) haben wir nicht wirklich eine Wahl, da ja alle Parteien immer tolle Versprechungen machen und dann doch völlig am Volk vorbei regieren.

  2. ruebenkoenig sagte am :

    Danke, mit 227 Milliarden wäre Deutschland pleite und darin sind sicher Investitionen für neue Gefängnisse nicht enthalten.

    Das Problem bei der Wahl ist meiner Meinung nach die Zweitstimme, da hier dir Partei die ihre Kandidaten festlegt und der Wähler darauf keinen Einfluss hat.

    Positiv ist allerdings das die Bevölkerung allmählich munter wird und Entscheidungen hinterfragt.

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