Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

Und wann kommt die Gedankenpolizei?

Ich hatte ganz verpasst, dass die Staatsanwaltschaft Lüneburg Ermittlungen gegen Facebook-Nutzer, denen die Seite „Castor Schottern“ gefällt, nicht ausschließt.

Wie schön. Wäre dann ja wieder so ein Fall aus unserem Rechtssystem der Konjunktive. Ich sage das, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass viele der Leute, die auf den Gefällt-mir-Button klicken, nicht so recht wissen, was Castor Schottern überhaupt bedeutet. Es läuft bestimmt eher so ab: Man hat im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen den Castortransport davon gehört und die Demonstrationen gefallen, also gefällt halt auch mal das Castor Schottern. Das heißt aber nicht, dass diese Leute tatsächlich eine illegale Tat im Sinn haben. Was immer die entsprechende Person, die da auf den Button klickt für eine Tat im Sinn hat, sie ist also nur möglicherweise illegal. Auf den Gefällt-mir-Button klicken ist zudem natürlich längst nicht das selbe wie sich am Castor Schottern zu beteiligen. Die klickende Person hat demnach nur vielleicht auch wirklich etwas mit einer solchen Aktion zu tun. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass nicht jeder, der auf diesen Button klickt auch am Castor Schottern beteiligt ist und dass andersrum nicht jeder der daran beteiligt ist danach an einen PC hastet und den Gefällt-mir-Button auf Facebook drückt. Sie würden also gegen jemanden ermitteln, weil dieser vielleicht etwas mit einer möglicherweise illegalen Tat zu tun haben könnte.

Nach dieser Logik müsste man ja dann auch gegen Leute ermitteln, die sich ein Buch über Nationalsozialismus in der Bücherei ausleihen, gegen alle, die sich einen DVD-Brenner kaufen und natürlich gegen jene, die als Urlaubsziel zum Beispiel Thailand wählen.
Tja und wenn erst angefangen wird gegen Leute zu ermitteln, weil sie möglicherweise daran denken könnten vielleicht etwas zu tun, dann sind wir beim Gedankenverbrechen.

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3 Gedanken zu „Und wann kommt die Gedankenpolizei?

  1. Wenn mir etwas gefällt, ist dies eine Meinungsäußerung und diese ist vom Grundgesetz her geschützt. Erst wenn ich diese vertretene Meinung in eine Tat umsetze, mache ich mich möglicherweise strafbar. Und hier mit zeige ich der Justiz den Effenberg.

    • G. Danken sagte am :

      Sollte vielleicht mal jemand der Staatsanwaltschaft Lüneburg mitteilen, damit die das auch wissen.
      Allerdings gilt man ja eigentlich auch als unschuldig, bis einem die Schuld bewiesen wurde, was aber im Internetzeitalter auch nicht mehr der Fall ist. Da wird man ja auch gerne verklagt und soll dann beweisen, dass man es nicht war.

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