Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

AlterKnacker`s Presseschau Nr.26

Diesmal ist die Presseschau etwas anders gestaltet, da sie auch aus ARD-Videotext-Beiträgen besteht.

17.10.2010 00:04

heise online

wwwwWas war. Was wird.

Wie immer möchte die Wochenschau von Hal Faber den Blick für die Details schärfen: Die sonntägliche Wochenschau ist Kommentar, Ausblick und Analyse. Sie ist Rück- wie Vorschau zugleich.

Was war.

*** ELIZA: „Hallo, bitte sage mir dein Problem.“ RACTER: „Hervorragend! Entschuldige mich bitte eine Minute, ich muss kurz etwas erledigen. Ich bin gleich zurück.“ ELIZA: „Warum musst du mir sagen, entschuldige mich, du musst kurz etwas erledigen?“ RACTER: „Was ist besser, zu müssen oder darauf zu pfeifen? Warum soll ich dir sagen müssen, dass ich mich entschuldigen muss, um etwas zu erledigen? Weil Elektronen tapfer sind. Tapferkeit ist doch etwas Gutes, findest du nicht auch? Und die Müsser bestehen alle darauf!“
Vor genau 25 Jahren koppelten Alexander Keewatin Dewdney und William Chamberlain zwei Homecomputer zusammen, auf denen jeweils eine Version von Weizenbaums Programm ELIZA und dem von Chamberlain mitentwickelten Raconteur liefen. Damals waren lange Dateinamen in BASIC nicht erlaubt, sondern nur maximal 6 Zeichen weshalb aus dem französischen „Erzähler“ der gekürzte RACTER wurde. Er sollte einen schizophrenen Charakter abbilden, nicht unähnlich dem MegaHAL, der in meinem Terminalfenster läuft und ständig zusammenhanglose Kommentare abgibt, die als WWWW erscheinen. Der Dialog lief schnell ins Absurde, doch die ersten Sätze haben was. Sie unterstützen die „seltsame Neigung des Menschen, dort Sinn zu suchen, wo es nix dergleichen gibt“. Das sind die Worte des ehemaligen Experimentalfilmers Dewdeney im „Spektrum der Wissenschaft“ von 1987.

Hier gehts weiter mit Hal Faber

Ab hier erst mal Videotext. Besondere Beachtung sollten die beiden ersten Beiträge erhalten, denn zuerst wird den Arbeitnehmern Honig ums Maul geschmiert, doch gleich danach gibts die Watsch´n fürs Naschen.

Wirtschaft 10 Prozent produktiver

Die Produktivität der deutschen Wirtschaft liegt einer Studie zufolge rund 10 % über dem europäischen Durchschnitt. 2008 habe der Vorsprung nur 5,8 % ausgemacht, im vergangenen Jahr etwa 8,5 %, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey.

McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern warnte davor, aus den guten Wachstumszahlen jetzt auf die Zukunft zu schließen. „In den nächsten Jahren wird Deutschland selten Wachstumsraten über 2 % erzielen.“

DIW gegen pauschale Lohnerhöhungen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Lohnplus für Arbeitnehmer kritisiert. „Mit der pauschalen Forderung kann ich nichts anfangen, ich halte das für sehr gefährlich“, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann in der Online-Ausgabe des „Handelsblatts“.

Zwar spreche generell nichts gegen Lohnerhöhungen im kommenden Jahr. Doch sei die wirtschaftliche Lage nicht in allen Branchen gleichermaßen gut. „Es wird deshalb auf Augenmaß ankommen“, so Zimmermann.

Brüderle für Fachkräfteanwerbung

Wirtschaftsminister Brüderle hat die Äußerungen von Regierungsmitgliedern zum Thema Fachkräftemangel und Zuwanderung begrüßt. „Nötig sei eine verbesserte Ausbildung und eine bessere Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, erklärte der Minister.

Arbeitsministerin von der Leyen (CDU) hatte sich in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ dafür ausgesprochen, die Hürden für qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland zu senken

Ähnlich äußerte sich Bildungsministerin Schavan in der „Welt am Sonntag“.

Mit unserem ‘neuen’ Personalausweis werden wir noch viel Freude haben.

Informatiker kritisieren Ausweis

Gut zwei Wochen vor Einführung des neuen Personalausweises hat eine Studie von Informatikern auf Mängel bei der Software für die Identifizierung im Internet hingewiesen. Experten des Hasso-Plattner-Instituts an der Uni Potsdam kritisierten, die Bedienung der „AusweisApp“ sei in der bisherigen Testversion „kaum intuitiv“.

Die Forscher erklärten außerdem, dass für die Verbraucher kein echter Mehrwert des elektronischen Ausweises erkennbar sei. Fast alle Nutzungsszenarien würden nur den Diensteanbietern und meist nicht dem Endnutzer helfen.

Wie der gute Mann schon im Jahre 2004 einen Hartz IV-Bescheid in den Händen halten konnte, wird wahrscheinlich immer sein Geheimnis bleiben, nichts desto trotz ist der Beitrag lesenswert.

Hartz IV-Reform

In Karlsruhe gewonnen, in Berlin zerronnen

16.10.2010, 15:38

Ein Gastbeitrag von Martin Reucher

Die Hartz IV-Bezieher hatten keine Chance, mit Hilfe des Verfassungsgerichts ihre Lebenslage zu verbessern – weil die Politik dessen Vorgaben zur Makulatur werden ließ.

Martin Reucher, 55, vertrat vor dem Bundesverfassungsgericht eine der Familien, die gegen Hartz IV klagte. Der Bochumer Anwalt leitete früher Sozialbehörden in Erfurt und Wuppertal.

Regierung wegen Hartz-IV-Plänen in der Kritik

In Karlsruhe haben die Hartz IV-Empfänger gewonnen, in Berlin jedoch verloren, meint Martin Reucher, der Anwalt einiger klagender Hartz-IV-Familien. (© dpa)

Ein früher Hartz-IV-Bescheid aus dem Jahr 2004, der mir als Rechtsanwalt von einer Dortmunder Familie zur Prüfung vorgelegt wurde, warf die Frage auf, wie der Gesetzgeber eigentlich die Regelsätze für Kinder ermittelt hatte. Die Recherche ergab: überhaupt nicht.

Hier weiterlesen

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