Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

Arbeitsmarktzahlen von egon-w-kreutzer.de

30.09.2010

16.30 Uhr der Arbeitsmarktbericht September ist da

Ja, die Zahlen sehen wieder ein bisschen günstiger aus. Hier meine Rangreihe der erfreulichen Zahlen:

Rang Kategorie Personen % von Erwerbstätigen
1.  Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (über 400 Euro monatlich) von Juni 2010 auf Juli 2010 (vorläufige, hochgerechnete Zahlen)  21.000  0,05%
2. Zunahme der Erwerbstätigkeit von August auf September 2010, saisonbereinigt 46.000 0,11% 
3. Rückgang des Arbeitskräfteangebotes im Laufe des Jahres 2010 – jahresdurchschnittlich 92.000 0,23% 
4. Zugänge in die Arbeitslosigkeit aus dem ersten Arbeitsmarkt im September 2010 201.000 0,50% 
5. Arbeitslosengeld-I-Empfänger, die nicht als arbeitslos gezählt werden wg. Alter, Krankheit, Maßnahme 117.000  0,29%
6. Erwerbsfähige Leistungsempfänger mit Einkommen aus Erwerbstätigkeit (Mai 2010)  1.396.000 3,45%
7. Erwerbsfähige Hilfebedürftige (ALG II Empfänger) 4.832.000  11,94% 
8. Hilfebedürftige insgesamt 6.632.000  16,39% 
9. Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen 1.430.000 3,53%
10. Leistungsempfänger ALG I und ALG II 5.610.000 13,86% 
11.  Ausschließlich geringfügig Beschäftigte (Juli 2010) 4.840.000 11,96%
12. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit geringfügig entlohntem Nebenjob 2.300.000  5,68% 
       
13.  Arbeitslose 3.031.000 7,49% 
13a  Gemeldete, sofort besetzbare offene Stellen 354.000  0,87%

Alle Prozentzahlen sind Vergleichszahlen. Sie messen den jeweils angegebenen Wert an der Zahl der von der BA erfassten Erwerbstätigen (40,47 Millionen)

Der Versuch, die Zahlen zu sortieren und zueinander in Beziehung zu setzen, ergibt folgende Erkenntnis:

Es gibt einen minimalen Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
Den 21.000 zusätzlich gezählten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stehen aber insgesamt 4.461.000 Menschen gegenüber, die gerne auch einen Job bekommen hätten, aber weiterhin als Arbeitslose gezählt (3.031.000) oder in Maßnahmen (1.430.000) vor der Zählung bewahrt wurden.

Mit den 4.461.000 in der Statistik erkennbar ausgewiesenen Jobsuchenden ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Insgesamt erhielten 5.610.000 erwerbsfähige Personen Leistungen nach ALG I und ALG II.

Addiert man die ausgewiesenen Arbeitslosen und die ausschließlich geringfügig Beschäftigten, kommt man auf eine Zahl von 7.871.000 Personen. Zieht man davon die erwerbsfähigen Hilfeempfänger wieder ab, ist klar, dass über die Leistungsempfänger hinaus noch mindestens 2.261.000 Personen existieren, die von ihrem Job nicht leben können – aber dennoch keine Leistungen erhalten.

Insgesamt konkurrieren also fast 8 Millionen Menschen um die 350.000 offenen Stellen. Auf jede den Behörden gemeldete, sofort offene Stelle kommen rechnerisch 22 Personen. Sollten im nächsten Monat schlagartig alle offenen Stellen besetzt werden, blieben immer noch 7,5 Millionen Personen übrig, die auch gerne einen Job hätten.

Und Frau Merkel und Frau von der Leyen meinen, wenn man die Hartz-IV-Sätze um mehr als 5 Euro erhöhen würde, ginge der Arbeitsanzreiz verloren??????????

Das halte ich im Kopf nicht aus.

Quelle

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