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Lesen gefährdet die Dummheit

Archiv für den Monat “Oktober, 2010”

Der Hartz IV-Sessel – die Hartz-Industrie funktioniert

Hartz IV ist in der Mitte des Gesellschaft angekommen und was früher IKEA war, wird heute unter Hartz vermarktet.

Kultur News

Designers’ Open: Ungewöhnliche Sitzmöbel zum Selber bauen

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Transparenz und diese Nicht-Regierung

Unsere derzeitigen Regierungspolitiker scheuen die Öffentlichkeit mehr, als der berühmte Teufel das Weihwasser, deshalb ist es vergebliche Liebesmühe, bei Politikern nach Transparenz zu schreien, denn deren Ohren sind bei diesem Wort augenblicklich zugewachsen. Warum sollte es da in der Wirtschaft anders oder besser sein?

Verdeckte PR im Internet

Künstliche Kundenkommentare, gezüchtete Graswurzeln

Ein Firmenchef, der als vermeintlicher Kunde sein Produkt bei Amazon über den grünen Klee lobt. Eine Agentur, die hunderte Bewertungen für ein Shopping-Portal fälscht. Blogger, die hinter „Stuttgart 21“-Befürwortern gesteuerte Interessen vermuten. PR unter falschen Namen gilt Profis als tabu, ist im Web aber Realität.

Von Fiete Stegers, tagesschau.de

Es war der aufsehenerregende Tiefpunkt einer ungeschickten PR-Kampagne für den als deutsche iPad-Konkurrenz angepriesenen Tablett-Computer „WePad“. Nachdem die Fachpresse erst begeistert, dann hämisch über das Gerät geschrieben hatte, fanden sich beim Online-Händler Amazon zwei ausgesprochen positive Kunden-Rezensionen. „Nicht sehr gut, sondern sehr sehr gut“, befand ein „Peter Glaser“ und vergab fünf Sternchen für das WePad. Deutliches Lob kam auch von einer „Claudia Kaden“. Andere Internetnutzer argwöhnten jedoch rasch, dass es sich bei „Peter Glaser“ um einen Amazon-Kunden handeln könnte, der kurz zuvor noch unter einem anderen dem Namen firmiert hatte. Und zwar als „“Helmut Hoffer von Ankershoffen“ – so hieß der Chef der „WePad“-Herstellerfirma.

„Wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs“

Helmut Hoffer von Ankershoffen Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Da präsentierte er noch stolz sein „WePad“: Helmut Hoffer von Ankershoffen. ]

„Da wurden viele Gerüchte verbreitet“, erinnert sich Richard Gutjahr, als freier Journalist unter anderem für den BR tätig. Er vollzog die technischen Schritte zu einer möglichen Umbenennung des Nutzer-Profils in seinem Blog akribisch nach und hakte bei der „WePad“-Firma und Amazon nach. Tatsächlich musste Hoffer von Ankershoffen eingestehen, die Rezensionen selbst verfasst zu haben. Er zog sich sogar aus der Geschäftsführung zurück.

„Wahrscheinlich ist der Fall nur die Spitze eines Eisbergs“, vermutet Gutjahr im Gespräch mit tagesschau.de. Dass Unternehmen unter fiktiven Nutzernamen bei Online-Händlern, Verbraucherportalen oder in Sozialen Netzwerke für eine positive Bewertung ihrer eigenen Produkte oder Dienstleistungen sorgten, sei gang und gäbe. „In diesem Fall ist es nur aufgefallen, weil die Rezensionen so extrem herausstachen.“

„Klarer Verstoß gegen das Transparenzgebot“

So deckte der „Spiegel“ auf, dass ein der Deutschen Telekom gehörendes Preisvergleichsportal hunderte vermeintlicher Kundenrezensionen produziert hatten, um damit den Anschein zu erwecken, die Website würde eifrig genutzt. Die Telekom distanzierte sich und schob die Verantwortung für die fiktiven Kommentare auf einen „übereifrigen Dienstleister“. „So etwas verstößt ganz klar gegen das Transparenz-Gebot des Deutschen Rates für Public Relations“, sagt Professor Thomas Pleil, der an der Hochschule Darmstadt angehende PR-Fachleute unterrichtet.

Deutscher Rat für Public Relations:

Der Deutscher Rat für Public Relations (DRPR) ist ähnlich wie der Deutsche Presserat ein freiwilliges Selbstkontrollorgan. Er wird von mehreren Branchenverbänden getragen. Bei Fehlverhalten kann er öffentliche Mahnungen und Rügen aussprechen, aber keine Strafen verhängen.

Dass derartige künstliche Kundenkommentare im Netz keine Seltenheit sind, bestätigt der Fachbuch-Autor Bernhard Jodeleit: „Ich hatte schon Preisangebote von Internet-Marketing-Agenturen, die mir zahlreiche, seit längerer Zeit im Netz etablierte User-Konten anboten.“ Über diese von der Agentur aufgebauten oder aufgekauften User-Profile hätten dann als vermeintlich glaubwürdige Privat-Nutzer die Botschaft ihres Auftraggebers verbreiten sollen.

Logo der Deutschen Telekom (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein Preisvergleichsportal der Deutschen Telekom wurde laut „Spiegel“ mit fiktiven Kundenkommentaren gefüttert. ]

„Mit geübtem Blick sieht man im Netz an vielen Stellen, dass dort mehrere positive Texte mit dem gleichen Duktus untereinander stehen.“ „Es gibt gerade bei Websites im Gesundheitsbereich bestimmte Auffälligkeiten“, sagt Professor Pleil. „Ich habe das allerdings nicht empirisch untersucht.“

„Häufig bleibt in Verdachtsfällen das Problem des Nachweises, wer hinter hinter einem Forumskommentar, einen Twitter- oder Facebook-Profil wirklich steckt“ sagt Ulrich Müller von der Initiative Lobby Control. Die Initiative interessiert sich weniger für einzelne Produktbewertungen als für Versuche von politischer Meinungsbildung oder Einflussnahme. So deckte der Verein 2007 auf, dass die Deutsche Bahn eine verdeckte PR-Kampagne in Form von Foreneinträgen und Leserbriefen finanzierte.

Steuerung von „Stuttgart 21“-Befürwortern nicht nachweisbar

Ähnliche Manipulationsversuche witterten Blog- und Twitter-Nutzer auch im Fall „Stuttgart 21“. Sie suchten nach Verbindungen zwischen besonders vehementen Fürsprechern des geplanten Bahnhofsbaus bei Twitter und plötzlich gegründeten Facebook-Unterstützergruppen zu Bahn und Stadt. In diesem Fall blieb es bei Verdächtigungen: „Es gibt keine eindeutigen Belege“, sagt Müller.

Stuttgarter laufen "für Stuttgart 21" (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: „Laufen für Stuttgart 21“: Befürworter des Bahnhofsbaus gerieten unter PR-Verdacht. ]

Besonders im Fokus der Verdächtigungen stand der Stuttgarter Christian List, der Jogging-Läufe von Bahnhofsbefürwortern organisiert. List ist Geschäftsführer einer „Agentur für Begegnungsmarketing“, die in der Vergangenheit bereits für die Stadt und die Bahn arbeitete. Sein Engagement für „Stuttgart 21“ geschehe rein aus privatem Interesse, sagte List in mehreren Interviews. Ähnlich äußerte sich eine Agentur namens PR-Spezialisten, die Bahnhofsgegner auf Twitter als „Park-Stasi“ und „Öko-Taliban“ angriff: Sie habe ohne Auftrag gehandelt.

Natürlich können sich auch PR-Mitarbeiter und -Firmen ohne Auftrag aus Eigeninteresse gesellschaftlich engagieren. Wenn aber dieses Engagement ihr Arbeitsfeld berührt, „wird die Grenzziehung schwierig“, meint Pleil.

„Wenn unsere Agentur eine neue Facebook-Seite für einen Kunden fertiggestellt hat, geht auch mal ein Kollege über den Flur und ruft: ‚Kommt, werdet mal Fan von der Page!““, Dann machen das auch fünf Kollegen, damit die Seite ihre ersten Fans hat – aber natürlich unter ihrem richtigem Namen“, sagt Fachbuchautor Jodeleit. „Wenn aber bewusst verschleiert wird, dann ist das Betrug.“ Letztlich könnten solche Undercover-Aktivitäten nicht nur dem jeweiligen Auftraggeber, sondern der Glaubwürdigkeit im Netz insgesamt Schaden zu fügen.

Diese verbreitete Lehrmeinung von PR-Rat und Fachbüchern teilen aber nicht alle in der Branche. So meint André Paris von der aus Eigeninteresse für „Stuttgart 21“ twitternden Agentur: „Wenn wir dafür bezahlt werden würden, würden wir zu ganz anderen Mitteln greifen.“ Statt über den klar erkennbaren Firmen-Twitter-Account würde er dann Methoden wählen, die „nicht so transparent sind“, sagt Paris dem BR.

„Wir brauchen gesetzliche Transparenzregeln“

„Die Versuchung ist groß, im Netz unsauber zu kommunizieren“, meint PR-Professor Pleil. „Allerdings ist auch die Gefahr, dass es auffliegt, so groß wie nie zu vor.“ Dazu trügen auch kritische Weblogs wie „Stationäre Aufnahme“ oder Lobby Control bei. Im August hat auch der PR-Rat seine Richtlinien für Online-PR nach längerer Diskussion schärfer formuliert, im Juli sprach er gegen die FDP eine öffentliche Mahnung wegen verdeckter Kommentare eines Parteimitarbeiters in einem Blog aus.

Lobby-Control-Vorstandsmitglied Müller reicht das nicht: „Der PR-Rat sagt, die Selbstregulierung ist ein scharfes Schwert. Aus unserer Sicht ist das nicht so. Wir bräuchten gesetzlich verpflichtende Transparenzregeln.“

Transparenz ist aber auch, wenn Kommentatoren als Büttel von Wirtschaft und Industrie öffentlich gemacht werden, die sich hinter Gastkommentaren zu Themen verstecken, von denen sie keine Ahnung haben oder, was noch schlimmer ist, durch ihre Kommentare die Kommentierten auch noch verhöhnen.

Kraftfahrzeugsteuerpflicht für fortbewegungsfähige Reittiere

Nach dem Urteil zur Gebührenpflicht für internetfähige PC hat das Bundesverwaltungsgericht nun ein ähnliches Urtieil bezüglich Reittieren gefällt. Aber lest selbst:

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute in drei Fällen entschieden, dass für fortbewegungsfähige Reittiere die Kraftfahrzeugsteuer zu zahlen ist.

Das Bundesministerium der Finanzen hält die Besitzer von fortbewegungsfähigen Reittieren für steuerpflichtig, weil sich mit diesen Tieren Strecken auf Wegen zurücklegen lassen, die mit sog. Teer befestigt wurden. Das Reittier wird als Zweitfahrzeug behandelt, wenn der Besitzer bereits über ein angemeldetes herkömmliches Fahrzeug verfügt. Die Kläger waren zwei Bauern und ein Springreiter, die kein angemeldetes Fahrzeug bereit hielten, aber jeweils fortbewegungsfähige Reittiere besaßen.

Der 6. Senat hat die Revisionen der drei Kläger gegen abschlägige Urteile der Vorinstanzen zurückgewiesen: Bei fortbewegungsfähigen Reittieren handelt es sich um Fahrzeuge i.S.d. KraftStG. Für die Steuerpflicht kommt es nach dessen Regelungen lediglich darauf an, ob es sich um nicht permanent schienengeführte Kraftfahrzeuge handelt mit deren Hilfe man sich fortbewegen kann, nicht aber darauf, ob es sich tatsächlich um Fahrzeuge handelt. Ebenso wenig ist es erheblich, ob das Reittier auf der Straße geritten wird, wenn es biologisch nur überhaupt dazu in der Lage ist.

Diese sich aus dem KraftStG ergebende Rechtslage verstößt auch nicht gegen höherrangiges Recht. Insbesondere verletzt sie nicht in rechtswidriger Weise die Rechte der Kläger auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 Abs. 1 GG) und Asyl bei politischer Verfolgung (Art. 16a Abs. 1 GG) oder den Eigentumsgrundsatz (Art. 14 Abs. 2 GG).

Zwar greift die Erhebung von Kraftfahrzeugsteuern für fortbewegungsfähige Reittiere in die Grundrechte der Kläger aus Art. 6 Abs. 1 und 11 Abs. 1 GG ein, indem sie die Steuerpflicht an die – jedenfalls auch – beruflichen und freizeitlichen Zwecken dienende Nutzung oder auch nur den Besitz der Tiere knüpft. Dieser Eingriff ist jedoch gerechtfertigt durch die – ebenfalls verfassungsrechtlich begründete – Finanzierungsfunktion des Eigentums für das Wohl der Allgemeinheit. Der Eingriff ist auch nicht unverhältnismäßig, sondern von der Typisierungsbefugnis des Steuergesetzgebers gedeckt.

Der Gleichbehandlungsgrundsatz wird vom KraftStG ebenfalls nicht verletzt. Zwar werden insofern ungleiche Sachverhalte gleich behandelt, als die herkömmlichen benzinbetriebenen Fahrzeuge mit den haferbetriebenen fortbewegungsfähigen Reittieren steuerrechtlich gleich behandelt werden. Entscheidend für die Steuererhebung ist jedoch nicht die technische Unterschiedlichkeit der Fahrzeuge, sondern die gleiche Möglichkeit zum Zurücklegen von Strecken durch diese verschiedenartigen Fahrzeuge.

Der Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG verlangt für das Abgabenrecht, dass die Steuerpflichtigen durch ein Steuergesetz rechtlich und tatsächlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt, kann dies die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Steuergrundlage nach sich ziehen. Das Bundesministerium der Finanzen kann an der Steuerpflichtigkeit von fortbewegungsfähigen Reittieren daher auf Dauer nur festhalten, wenn diese sich auch tatsächlich durchsetzen lässt. Insoweit wird der Gesetzgeber die Entwicklung zu beobachten haben.

Gurkenstilleben

Die Kanzlerin und ihre Gurkentruppe...

Die Frankfurter Rundschau verteilt Gurken – für Kanzlerin Merkel und ihre Truppe.

Durchblättern und nachlesen kann man das hier:

http://www.fr-online.de/politik/fotostrecken-politik/-/1472612/4784062/-/index.html

 


Die Schwalbe und der Sommer

Ich glaube erst an solch ein ‘Wunder’, wenn diese Art von Weißkittel reihenweise vor dem Kadi stehen.

Ärzte genossen in Deutschland bislang fast Immunität – doch damit könnte es bald vorbei sein.

Seit fünf Jahren ist unter Juristen umstritten, ob niedergelassene Ärzte wegen Bestechlichkeit verurteilt werden können.

Hier der ganze Artikel

Hier ein zweiter Artikel zum gleichen Thema

Diese ‘Weißkittel’ sind mit dafür verantwortlich, dass unser Gesundheitssystem wie ein Selbstbedienungsladen geführt wird und die Zeche zahlt im Endeffekt immer der Beitragszahler.

Der Eid, den Ärzte bei der Zulassung ablegen müssen, ist in vielen Fällen schon beim Ablegen ein Meineid, denn schon bei der Berufswahl geht es nicht mehr um die Humanität, sondern nur noch um das Bankkonto.

Mitschuldig aber sind auch die Politiker, die dieses ‘Spiel’ mit willfährigen Gesetzen unterstützen.

Der Mensch – reduziert auf Zahlen

Zahlen des Statistischen Bundesamtes

Jeder Sechste ist armutsgefährdet

 

In Deutschland ist etwa jeder Sechste von Armut bedroht. Das geht aus den jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamts hervor, die in Wiesbaden vorgelegt wurden. Demnach waren im Jahr 2008 durchschnittlich 15,5 Prozent der Bevölkerung Deutschlands armutsgefährdet, das ist ein leichter Anstieg gegenüber 2007 mit 15,2 Prozent. Die Armutsgrenze liegt nach Berechnung der Statistiker bei 929 Euro monatlich.

Hier der ganze Beitrag

Zyniker würden jetzt ein Willkommensbanner ausrollen, ich beschränke mich da doch eher auf die Aussage, dass es fast jeden treffen kann.

Sozialpolitik Wie Hartz IV gezielt klein gerechnet wurde

Der Bundestag berät über die von der Bundesregierung geplanten Hartz-IV-Sätze. Die juristische Prüfung zeigt: Sie müssten viel höher sein. Ein Gastbeitrag

© Sean Gallup/Getty Images

Verantwortlich für die Hartz-IV-Reform: Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (rechts) mit Gesundheitsminister Philipp Rösler vergangenen August im Bundeskanzleramt

Verantwortlich für die Hartz-IV-Reform: Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (rechts) mit Gesundheitsminister Philipp Rösler vergangenen August im Bundeskanzleramt

Das sind die Hartz-IV-Pläne der Regierung: Erwachsene sollen fünf Euro mehr erhalten, die Sätze für Kinder sollen nicht steigen. Mit ihrem Gesetzentwurf, der an diesem Freitag in erster Lesung im Bundestag beraten wird, will die Bundesregierung die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) umsetzen. Doch aus juristischer Sicht spricht vieles dagegen, dass das verantwortliche Arbeits- und Sozialministerium richtig gerechnet hat.

Hier weiterlesen

Grausig scheint dagegen die Tatsache, mit welcher asozialen Konsequenz diese Nicht-Regierung ihre Klientel bedient und die wirklich Bedürftigen in einen Überlebenskampf treibt, der noch wesentlich schlimmere Auswüchse annehmen kann.

Dazu hier noch die Berechnungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss darstellen kann, so wie dieser Verband mit der Politik als solches verbandelt ist.

Hier die Gesamt-Berechnungszahlen

Die schlagen nicht zu, die wollen doch nur spielen

Auf Spiegel.de gibt es einen Videobeitrag in dem geht es um ein Video, aufgenommen von einer Überwachungskamera in Liverpool. Dieses zeigt einen desorientierten Mann, der von drei Polizeibeamten „regelrecht verprügelt wird“.

Weiter zum Beitrag auf Spiegel.de

Der Beitrag endet mit den Worten

„Die Bilder von Überwachungskameras erzählen nie die ganze Geschichte, so die Aussage der Polizei.“

Was für eine Einsicht. Aber irgendwie wundert es mich. Verlangt nicht gerade die Polizei immer nach mehr Überwachungskameras? Besonders in England gibt es ja eine Vielzahl solcher Kameras. Und begründet man den Ruf nach ihnen nicht immer mit mehr Sicherheit und einer besseren Möglichkeit zur Aufklärung von Straftaten? Wenn doch aber die Bilder von Überwachungskameras nie die ganze Geschichte erzählen, dann können sie ja auch Ermittler in die Irre führen, so dass diese falsche Schlüsse ziehen und die falschen Leute verdächtigen. Unschuldige Menschen würden bestraft, weil die Kameras eine falsche bzw. unvollständige Geschichte erzählen.

So wie zum Beispiel im Fall von Stephen McAleer, den die Polizei festnahm, weil man ihn auf dem Video einer Überwachungskamera mit einem Messer erwischt hatte. Er wurde also ins Gefängnis gesteckt bis man nach drei Monaten feststellte, dass das Messer gar kein Messer sondern eine Rose gewesen ist:

A Rose Is A Rose Is A Rose… Until Police See It On CCTV, Say It’s A Knife & Throw You In Jail For 3 Months

Vorsicht ist auch in Beijing geboten, da die dortigen Überwachungskameras verliebte Paare schonmal für Räuber oder Entführer halten könnten:

 CCTV mistakes lovers for robbers

Also wie jetzt? Wenn solche Videos von Überwachungskameras nie die ganze Geschichte erzählen, dann dürfen sie nicht zur Aufklärung von Straftaten eingesetzt werden. Erzählen die Videos aber die ganze Geschichte, so hat die Polizei dort einen Mann verprügelt, der nicht sehr gewaltbereit wirkte.

NACHTRAG: Ich habe jetzt etwa eine Stunde darüber nachgedacht, was denn wohl der Teil der Geschichte sein könnte, der uns da auf dem Video aus Liverpool entgeht. Was würde rechtfertigen, dass drei Polizeibeamte auf einen Mann einschlagen? Der Mann scheint mir halbnackt zu sein – er hat also wohl kaum eine Kalaschnikow dabei. Oder hatte er die Beamten vielleicht mit seinem T-Shirt angegriffen? Das würde erklären warum er keins trägt. Nun, ich weiß es nicht. Mir wollen einfach keine guten Gründe dafür einfallen, dass drei Polizisten auf einen am Boden liegenden Mann einschlagen.

Maske ohne Seele – das Antlitz unseres derzeitigen Rechtsstaats

Nach „Stuttgart 21“-Polizeieinsatz

Demoopfer fühlen sich

eingeschüchtert

Mehrere Opfer des Polizeieinsatzes am 30. September haben Klage gegen die Polizei eingereicht – obwohl sie sich erneut durch Beamte bedrängt und eingeschüchtert fühlen.

VON NADINE MICHEL

Den ganzen Artikel lesen:

http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/demo-opfer-fuehlen-sich-eingeschuechtert/


Als Neutrum von der Wirtschaft geliebt und von den Frauen gehätschelt

28.10.10|

Krankes Geschlecht

Familienministerin will Männer vor sich selbst retten

Ein neuer Bericht attestiert Männern einen katastrophalen Gesundheitszustand. Familienministerin Schröder will das ändern und hat schon Ideen.

Dem deutschen Mann geht es nicht gut. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will helfen

Von Maria Gerber

Männer gehen nicht zum Arzt, sie sprechen nicht über ihre Gefühle, leben ungesund und sterben früher als Frauen. Das sind keine Vorurteile, sondern harte Fakten aus dem ersten Deutschen Männergesundheitsbericht, den die Stiftung Männergesundheit gestern in Berlin vorgestellt hat.

Hier der ganze Artikel

Dieser Artikel ist grundsätzlich richtig, was die Fakten angeht und doch ist es ein Unterschied, sich nur nach den Fakten zu orientieren oder sich auf Veränderungen einlassen. Denn in erster Linie geht es gar nicht um ‘unsere’ Gesundheit, sondern um unsere Arbeitskraft. Und es geht um uns selbst. Seit nahezu 40 Jahren wird von den Frauen die Veränderung des Mannes gefordert und ‘wir’ sitzen quasi in einer unentrinnbaren Falle. Mann sein ist immer mehr zum puren Stress verkommen.

Für mich hat der Durchschnittsmann diesen Spagat niemals gewollt und ist doch dazu gezwungen, wenn er nicht als Eremit leben will. Da ist zum einen die Forderung der Frau nach Sicherheit, die sie schon mit der Muttermilch einsaugt. Gefühle gegen Konto. Gerade die Nachkriegsgeneration der Mütter sind für diese Forderungen mehr als bekannt dafür, denn sie haben den Hauptteil der Lasten nach dem Krieg getragen und besonders den weiblichen Nachwuchs zu diesem Denken erzogen. Schon die nächste Generation der Mütter, die Blumenkinder der Hippie-Generation haben die Karriere zum Gott erklärt, das Ergebnis war die knallharte Bankerin. Der männliche Nachwuchs konnte da schon nicht mehr mithalten, denn wer als männliches Pedant nicht mithalten konnte im Dschungel der Arbeitswelt, wurde eiskalt aussortiert und als Höhlenbewohner tituliert.

Nur haben die Frauen etwas ganz einfaches vergessen; die Höhle bietet Schutz vor vielen Feinden.

Als ich mir gestern Abend “Hart, aber Fair” anschaute und immer wieder im Bezug auf Adel das Adjektiv “Höflichkeit” und “gutes Benehmen” anhören musste, wollte ich eigentlich zum Schluss nur noch ein kräftiges “Scheiße” in die Runde schreien. Noch bevor dieser sogenannte Adel zu seinem Prädikat kam, waren die meisten dieser ‘Herren’ ganz gewöhnliche Höhlenbewohner mit einem besonderen Hang zur Menschenverachtung und Brutalität. Und das hat sich auch nach ein paar Hundert Jahren der Zivilisation nicht besonders verändert. Nur der äußere Schein zeigt ein Bild der Höflichkeit, wenn dieser Adel darum “bittet”, den Gegner ‘auszuschalten’. Die Herrschaft ging nun mal immer schon von Männern aus, auch wenn die Frauen ihren Einfluss im Hintergrund immer einbrachten. Ich persönlich habe für einige Frauen als Vorgesetzte gearbeitet und zu 95% gab es keinerlei Probleme, aber das Gleiche gilt auch für meiner Zusammenarbeit mit Männern. Erst wenn Machtspielchen auf den Plan kamen, wurde es bei Frauen meist eklig, während ich bei Männern immer noch einen Hauch von Fairness erahnen konnte.

Frauen und Männer werden immer verschieden bleiben, auch wenn die Gesellschaft und da in erster Linie die Moralvorstellung diesen Zustand angleichen will, nur wird sich dies nie verwirklichen lassen. Auch wenn Männer und Frauen gleich viel verdienen, wird die Frau fast immer benachteiligt bleiben, denn ein Kinderwunsch wird sie immer erst mal aus dem sogenannten Produktionsprozess verbannen und damit aus dem Kreislauf des Geldverdienens.

Wenn jetzt die Politik ganz ‘plötzlich’ den Mann entdeckt und sich um seine Gesundheit sorgt, so ist das einer ganz einfachen Tatsache geschuldet; fällt der Mann als Gelddruckmaschine aus, geht der ‘Wohlstand’ zum Teufel.

Bundesarbeitsministerin von der Leyen verschwendet Arbeitszeit und Steuergelder

Eigenwerbung für das persönliche Image. Braucht  eine Bundesarbeitsministerin das wirklich?

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