Freies in Wort und Schrift

Lesen gefährdet die Dummheit

…ausgeflippt mangels Bildung…

Hurra, wir verblöden, dank gezielter Intellektvernichtung

 

[l] Bildungspolitik ist ja immer eine unerfreuliche Sache. Wenn man z.B. in der EU guckt, wie sie Forschung im Vergleich zur Agrarsubvention priorisieren, da wird mir immer ganz anders, wenn ich darüber nachdenke. 

Aber das ist ja noch gar nichts im Vergleich hierzu. Aus der Zusammensetzung des Hartz IV Regelsatzes: 

Bildung: 1,39 Euro 

Da müssen wir uns auch nicht wundern, wenn unser Nachwuchs verblödet. Das sind übrigens die Erwachsenensätze. Hier ist, was sie für Kinder und Jugendliche veranschlagen: 

Darum kann man auch nur 98 Cent investieren (wenn sie jünger als 6 Jahre alt sind) und 1,16 € wenn sie zwischen 7 und 14 Jahre alt sind. Und die Teenager zwischen 15 und 18 Jahren – bei denen ists sowieso schon wurscht; die kommen auch mit 29 Cent für Bildungsausgaben aus. 

Da sage noch einer etwas gegen die Menschen, die davon betroffen sind! 

Gefunden wurde der Beitrag hier: 

http://blog.fefe.de/?ts=b25f0629 

Und noch ein Überblick: 

http://www.aebby.de/wordpress/ 

die Fratze des Zynismus

Heute morgen hatte ich schon einen kurzen Beitrag zur Neuberechnung der ALG II Sätze online. In wohl formulierten Worten hatte ich mich mit der Nichterfüllung des Auftrages des BVerfG auseinandergesetzt. Während meiner Mittagspause habe ich Details nachgelesen, die mich zur Löschung des Artikels bewogen haben. Es geht mir nicht mehr darum aufzuzeigen, dass sich die Regierungskoalition über Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes hinweg setzt und dies mit wohl gesetzten Worten zu verbergen sucht1. Nein – es geht mir darum an zwei Beispielen zu zeigen, dass das SGB II in keinster Weise dazu dient irgend jemanden wieder in ordentlich bezahlte Arbeit zu bekommen. 

Ein Fallbeispiel: Ein Mensch mit ordentlicher Ausbildung wird arbeitslos – das kam in meiner Heimatstadt in den letzten Jahren hundertfach wenn nicht tausendfach vor. Ein Jahr nach der Entlassung beginnt ALG II. Der Arbeitslose soll sich weiterbilden, eine gewisse Mobilität zeigen und sich einen neuen Job suchen. Welche finanziellen Mittel braucht man dazu. 

Zur Bildung im allgemeinen Sinne genügt ein Leseausweis der Stadtbilbliothek, macht 10 Euro pro Jahr für ALG II Empfänger. Aktuelle Fachliteratur gibt es in der Bibliothek leider nicht. Demnach ist gelegentlich ein Buch zu kaufen: Pro Quartal ein Buch, jeweils 30 Euro. Hinzu kommt noch die unregelmäßige Lektüre einer Fachzeitschrift: Eine Ausgabe pro Quartal jeweils 7 Euro. Das macht in Summe ca. 13 Euro pro Monat. In Sachen Verkehr gehe ich ganz vorsichtig von einer 2 Zonen Karte für 69,40 Euro im Monat aus. Diese Zahlen sind sehr vorsichtig gerechnet und stellen eher eine Untergrenze dar. Meine Bildungsausgaben, die ich zum Erhalt meiner Tätigkeit benötige, liegen deutlich höher. Auch meine ÖNV Monatskarte kostet deutlich mehr. 

Zum Vergleich nun ein Blick in die konkreten Berechnungsergebnisse für die Positionen Verkehr und Bildung2

Position Verkehr: 22,78 Euro
Position Bildung: 1,39 Euro 

In Worten: Ein Euro und 39 Cent für Bildung pro Monat. Damit kann sich niemand (weiter)bilden. Diese Werte machen nur dann Sinn, wenn die Menschen im ALG II Sumpf stecken bleiben sollen. 

  1. Alle Informationen zur Neuregelung des SGB II []
  2. Quelle: Referentenentwurf Regelsatzänderung []
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